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Liechtenstein-Museum 2004

Nach über einem halben Jahrhundert kehrt eine der schönsten privaten Barocksammlungen nach Wien zurück. Grund genug, den diesjährigen Frühjahrsausflug des Vereins der Vorarlberger in Wien ganz dem Liechtenstein Museum in Wien zu widmen. Bei Vorankündigung unserer Veranstaltung wurde der Vereinsleitung seitens der Mitglieder reges Interesse vorausgesagt. Schlussendlich konnten die kühnsten Erwartungen übertroffen werden: Über 200 Mitglieder meldeten sich für die Besichtigungstour am 23. April an, welche im Zuge der großen Teilnehmerzahl auf den darauf folgenden Tag ausgeweitet werden musste. 

Machen Sie mit uns nun einen Rundgang durch das imposante Gartenpalais in der Wiener Rossau und lassen Sie sich in die Barockwelt des 17. und 18. Jahrhunderts zurückversetzen...

Das Palais war unter Fürst Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein (1657 – 1712) erbaut worden und beherbergte von 1805 bis 1938 die umfangreiche Familiensammlung. Bereits damals waren sowohl die Kunstschätze sowie der weithin berühmte Park öffentlich zugänglich. Seit den 50er-Jahren war jedoch ein Großteil der Sammlung in Vaduz untergebracht.

Nach über drei Jahren Renovierung präsentiert sich das Liechtenstein Museum als ein barockes Gesamtkunstwerk, das alle Kunstgattungen im passenden Rahmen vereint. Diese Erlebniswelt bekamen wir regelrecht zu spüren, legt doch die Fürstenfamilie Wert darauf, den ästhetischen Genuss nicht durch Absperrungen zu trüben. 

Im 17. Jahrhundert war das Portrait in den Niederlanden die gefragteste Bildgattung. Peter Paul Rubens, einer der bekanntesten Vertreter dieser Epoche, schuf mit dem Bildnis seiner kleinen Tochter Clara Serena eines der berührendsten Portraits. Einige Vereinsmitglieder entpuppten sich als wahre Kunstkenner und stellten fest, mit welcher Einfachheit Peter Paul Rubens die Gefühlswelt seiner Tochter widerspiegelte: Klare Gesichtsausdrücke, kombiniert mit einem zusammengefassten Hintergrund und Gewand. Das beeindruckte sogar den Museumsführer...

Die Sammlung ist so atemberaubend, dass wir aus dem Staunen gar nicht mehr herauskamen. Die perfekt organisierte Museumstour präsentierte uns ein paar Exponate nach Peter Paul Rubens das nächste Highlight der Fürstlichen Sammlung: Anthonis van Dycks Darstellung von Maria de Tassis. 

Dieses Portrait zählt wegen seiner malerischen Raffinesse zu van Dycks Meisterwerken. Er schildert die Robe und den Fächer aus Straußenfedern mit großer Liebe zum Detail; Marias ungekünstelte Ausstrahlung und Charme verleihen der doch sehr repräsentativen Pose Lebendigkeit, die man auch selber spüren kann, wenn man eine der zahlreichen Sitzgelegenheiten benutzt, um das Bild auf sich einwirken zu lassen. Wir kamen somit langsam zum Ende unserer Führung, welche uns neben den genannten Höhepunkten noch rund 200 Bilder sowie 50 Skulpturen und Objets d'Arts näherbrachte. Unter anderem auch die einzigartigen Deckenfresken von Johann Michael Rottmayr. 

Als krönenden Abschluss wurde uns noch "Der Goldene Wagen des Fürsten Joseph Wenzel von Liechtenstein" präsentiert, welcher sich in der Sala Terrana, dem Entrée des Gartenpalais, befindet. 

Der Goldene Wagen wurde für den feierlichen Einzug des Fürsten als kaiserlicher Botschafter in Paris 1738 beauftragt. Seine hochwertige künstlerische Ausstattung war in diesem Zusammenhang von enormer Wichtigkeit, da der Galawagen als eine Art Rangabzeichen seines Besitzers galt. Unserer Meinung nach ist dem Rokokodesigner Nicolas Pineau dies eindrucksvoll gelungen. Ein wahres Schmuckstück unter den Kutschen.

Nach rund eineinhalb Stunden barockem Kunstgenuss ließen manche Mitglieder den Tag noch bei einem kühlen Blonden und anregenden Diskussionen ausklingen. 

Wir möchten uns an dieser Stelle recht herzlich bei unseren privaten Sponsoren sowie der Sparkasse Bludenz für die Unterstützung unserer Frühjahrsveranstaltung bedanken. 

Im Zuge des sehr positiven Feedbacks gleich im Anschluss an die Veranstaltung konnte auch das Organisationsteam rund um Horst Rupp und Florian Partl so richtig durchatmen. Es gibt ja nichts Schöneres, wenn eine Veranstaltung auf so große Resonanz stößt und dann die Erwartungen der Teilnehmer voll und ganz erfüllt werden. 

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