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Museumsbesuch im Belvedere 2005

Am 23. Mai 2005 trafen sich etwa 100 Mitglieder des Vereins der Vorarlberger in Wien im Schloss Belvedere um sich die Ausstellung „ Das Neue Österreich - Die Ausstellung zum Staatsvertragsjubiläum 1955/2005 “ anlässlich der Staats­vertragsunterzeichnung vor 50 Jahren anzusehen. Eine rot-weiß-rote Fahne zieht sich zur Orientierung für die Besucher an Boden und Decke durch die gesamte Ausstellung, welche mit der Kriegserklärung von Kaiser Franz Joseph zum ersten Weltkrieg begann. 

Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Diktatur verschwindet die Fahne aus dem Blickpunkt der Besucher. Es werden zahlreiche alte Fotos, Gehaltsstreifen, Wahlplakate und so vieles mehr ausgestellt, dass der Platz für eine komplette Aufzählung hier nicht reichen würde. Bei dieser Ausstellung wird viel auf techni­sche, zum teil sehr effektvolle, Hilfsmittel gesetzt. Beispielsweise ist in einem Raum ein großer Kasten mit Bildschirm am Boden der die KZ- und Arbeitslager-Standorte, Militär­flugplätze und vieles mehr auf der Österreichkarte aufzeigt. Im selben Raum kann man zum Fenster hinaus blicken und sieht auf Teile der zer­störten Stadt. Es können auch Bilder von bekannten NS-Tätern besichtigt werden um im selben Augen­blick auch schon einen Hauch von Raum hohen, weißen Fahnen zu erhaschen. Wenn man näher kommt sind Namen von Flüchtlingen in schwarzer Schrift auf diesen Fah­nen auszumachen und dahinter stehen Glas­kästen mit berühmteren Persönlich­keiten (wie Bruno Kreisky), die geflohen sind. 

Im nächsten Ausstellungsraum nehmen die technischen Spielereien überhand. Österreich wurde sozusagen befreit, die rot-weiß-rote Fahne gilt wieder zur Orientierung, an den Wänden hängen Plakate mit Aufrufen um Auskunft über Flüchtlinge und Soldaten, in der Mitte des Raums steht ein altes Funkgerät und eine Audiowand teilt den Raum. Wenn man nahe zur Wand geht und genau horcht sind Reden diverser Staatsmänner Österreichs und auch aus dem Ausland zu hören. 

Und dann, endlich, der viel gerühmte Saal in dem 1955 der Staatsvertrag unter­zeichnet wurde. Wir dürfen uns glücklich schätzen, denn wir sehen noch das Original mit Figls grüner Unterschrift, bevor das dicke Buch zurück nach Russland gebracht wird. Dieses Buch ist so wertvoll, dass deswegen sogar die Fenster des Saals verdunkelt wurden. Leider können wir nur ein Plagiat des Staatsvertrags bewundern, da das Original bereits seit längerem verschollen ist. Nach einem fantastischen Ausblick in den Garten des Belvedere geht die Ausstellung weiter mit dem Aufzeigen der so genannten „Wirtschaftswunderjahre“, der 1960er bis 1980er. 

Ein großer Publikumsmagnet ist ein riesiger Tisch der als Touchpad fungiert. Es gilt durch Berühren der rot-weiß-roten Fäden ein Knäuel zu entwirren. Nach der Berührung öffnen sich meist Bilder mit den verschiedensten Erklärungen zum Leben in Wien. Eine besondere Attraktion ist auch ein Mikroskop das auf Wien gerichtet ist: Beim hinein schauen geht der Blick vom Universum auf die Erde, weiter auf Österreich, auf das Dach des Belvederes und schließlich auf sich selbst. 

Mit einigen treffenden Aussprüchen bekannter Schriftsteller und Persönlich­keiten wird die Ausstellung im Schloss Belvedere beendet und wir werden wieder in die Wirklichkeit des Jahres 2005 entlassen um Geschichte zu schreiben. 

http://www.dasneueoesterreich.at/

Fotos