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Sommerausflug 2003

Der traditionelle Sommerausflug der Vorarlberger in Wien führte diesmal nach Tschechien zu den Schlössern Valtice und Lednice.

 Zwei mit insgesamt 110 Reiselustigen besetzte Reisebusse starteten am Sonntag, 15. Juni 2003, um Punkt 8 Uhr vom Schottentor in Richtung Norden über Wolkersdorf, Poysdorf und Drasenhofen nach Sedlec, wo am Rande eines malerischen Fischteichs zu einer Jausenpause mit Wurstsemmel, Saft, Wein und Mineralwasser geladen wurde. Nach einer viertelstündigen Busfahrt gelangte die Reisegruppe nach Valtice (Feldsberg), welches bis 1919 zu Österreich gehört hatte. Die Führung die prachtvoll ausgestatteten Innenräume des Liechtensteinischen Schlosses zeigte uns barocken Wandschmuck, den Spiegelsaal, die Gemäldegalerie und elegante Salons mit schönen Deckenfresken.

Das Schloss Valtice (UNESCO-Kulturdenkmal) mit Nebengebäuden geht auf Fürsten Karl Eusebius von Liechtenstein zurück und wurde unter anderen von G. G. Tencalla einer manieristischen Ästhetik unterworfen. Im frühen 18. Jahrhundert entwarf J. B. Fischer von Erlach die Umgestaltung in einen hochbarocken Gebäudekomplex, welcher von D. Martinelli realisiert wurde.

Eine kurze Busfahrt später erreichte die mittlerweile etwas hungrige Gruppe das Grenzschlösschen „Hrani?ní záme?ek“. Hier war es an der Zeit, auf zwei Ebenen für Alt und Jung das Mittagessen einzunehmen, einen weitläufigen Blick von der Terrasse zu genießen und einen Verdauungsspaziergang zum Teich von Hlohovec zu unternehmen. Durch geschickte Organisation mittels Getränkebons musste keine Kehle durstig bleiben. Als interessantes Detail ist die mitten durch den Speisesaal verlaufende ehemalige Grenze zwischen Niederösterreich und Mähren zu nennen. Heute noch wird diese durch eine Quelle mit schmalem Bächlein vergegenwärtigt.

Das Kulturdenkmal Hrani?ní záme?ek nahe dem kleinen Dorf Hlohovec wurde durch das Liechtensteiner Adelsgeschlecht in den Jahren 1816 – 1819 erbaut und wird heute als Hotel und Restaurant genutzt.

Fortgesetzt wurde die Schlösserfahrt in Lednice (Eisgrub) mit dem Besuch der Sommerresidenz der Liechtenstein-Dynastie. Das Schloss liegt inmitten eines Parks, der mit etwa 200 Quadratkilometer einer der größten Gartenanlagen Europas darstellt. Die prachtvollen Innenräume des Schlosses werden durch viele Schnitzarbeiten und Jagdtrophäen geschmückt. Besonders die aus einem einzigen Eichenstamm herausgearbeitete Wendeltreppe in der Bibliothek verdiente ein genaueres Hinsehen, zumal dieser Raum wegen Umbauarbeiten nur durch die Türe zu besichtigen war. Ein Rundgang durch die nähere Umgebung, ein kurzer Spaziergang im Park zum wunderschönen Bau "Jan?v Hrad" (Hansenburg) verleitet dazu, über die Lebensweise der früheren Schlossbewohner nachzudenken. Irritierend und ästhetisch zugleich war der Blick auf das über 60 Meter hohe Minarett in weiterer Entfernung vom Schloss.

Das Schloss von Lednice ist ein Beispiel der englischen Neugotik. Das UNESCO-Kulturdenkmal erhielt seine heutige Gestalt um das Jahr 1850 durch die Architekten Georg Wingelmüller und Johann Heidrich. Reste der barocken Sommerresidenz (Reithalle und Stallungen) aus dem 17. Jhdt. u. a. von Fischer von Erlach sind noch als westseitige Anbauten erhalten. Das ostseitig liegende Palmenhaus wurde um 1850 nach einem Entwurf von P. H. Desvignes aus Stahl und Glas erbaut.

Die Liechtensteiner kamen im 13. Jahrhundert in die Region Valtice-Lednice. Sie residierten in Valtice, während Lednice als Sommersitz diente. Zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert verwandelten die herrschenden Herzöge von Liechtenstein ihre Domänen in Südmähren in eine eindrucksvolle Landschaft. Die Barockarchitektur und der klassische sowie neugotische Stil der Schlösser wurden mit der nach den Regeln der englischen Romantik gestalteten Landschaft zu einem Gesamterlebnis kombiniert.

Die Rückfahrt über Mikulov und Drasenhofen gestaltete sich problemlos. In Poysdorf, der Sekthochburg und einer der größten Weinbaugemeinden Österreichs, traf die Reisegruppe wieder mit den in Österreich gebliebenen zusammen. Für einen angenehmen gemeinsamen Tagesausklang war in Wolfgang Rieder’s Heurigen „Veltlinerhof“ bei Wein und Heurigenschmaus gesorgt.

Insgesamt betrachtet, spielte auch der Wettergott mit. Nach den heißen Tagen davor gab es bei der Fahrt bis Poysdorf kühlenden Regen. Später wurde es zunehmend trockener um uns am Nachmittag und Abend wieder schönsten Sonnenschein zu präsentieren. Jedoch konnten leider nicht alle Anmeldungen von Interessierten berücksichtigt werden. Florian Partl freut sich über den überdurchschnittlich regen Zuspruch: „Erfreulich war, dass wieder mehr Teilnehmer der mittleren und jüngeren Generation dabei waren.“

Dank gilt in erster Linie Florian Partl und Horst Rupp, welche für die Recherche vor Ort, die Planung und detaillierte Organisation verantwortlich zeichneten sowie ihren Frauen, die kritisch auf die Qualität der Verpflegungsstationen für das Mittag- und Abendessen achteten. Für wesentliche Beiträge zum Mittagessen danken wir der Dornbirner Sparkasse und für das Abendessen beim Heurigen der Hypo Bank. Ebenfalls ein Dankeschön an die Teilnehmenden: Ihr habt wieder einmal große Zeitdisziplin gezeigt, so dass das vorgegebene Programm stressfrei durchgeführt werden konnte und hoffentlich allen als ein gelungener und schöner Ausflug in Erinnerung bleiben wird! (gh)

Weitere Informationen zum Schloss Valtice

Státní zámek Valtice
691 42 Valtice
Telefon +420 519 352 423
http://www.zamky-hrady.cz/1/valtice-d.htm (Deutsch), zum Ort Valtice http://www.valtice.cz (in Tschechisch).

Weitere Informationen zum HOTEL Hrani?ní záme?ek

Jan Kašník - DIXI
HOTEL Hrani?ní záme?ek
691 43 Hlohovec u B?eclavi ?. 16
Tel.: +420 519 354353-4
Fax: +420 519 354353
hotel.dixi@cmail.cz

Weitere Informationen zum Schloss Lednice

Státní zámek Lednice,
691 44 Lednice na Morav?
Führungen: Iva Holásková
Tel. +420 519 340 128

Weitere Informationen zum Heurigen „Veltlinerhof“

Heuriger „Veltlinerhof“
Mag. Wolfgang Rieder
Brünnerstraße 5b
2170 Poysdorf
Tel: 02552/2194, 02552/3169
veltlinerhof@nanet.at
http://www.veltlinerhof.com

Allgemeine Information:

Unesco-Welterbe-Objekte http://whc.unesco.org.

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