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Sommerausflug 2014

Sommerausflug ins Marchfeld: Schloss Eckartsau und Schloss Hof

Das Vereinsjahr fand auch heuer wieder mit dem traditionellen Sommerausflug seinen Abschluss. Als Ziel wurden die beiden Marchfeldschlössern Schloss Eckartsau und Schloss Hof vom Vereinsvorstand auserkoren. Beide Schlösser wurden erst vor kurzem komplett revitalisiert und erlaubten den AusflugsteilnehmerInnen einen Blick in das Leben des kaiserlich-königlichen Hofes. Die Gruppe von 57 Personen konnte die Schlösser und ihre wunderbaren Parkanlagen bei Kaiserwetter besichtigen, während im Wiener Raum bedrohliche Unwetter ihr Unwesen trieben. Um 8.30 Uhr verließ die Reisegruppe mit 1 Bus Wien vom Schwedenplatz aus in Richtung Eckartsau.

Während der rund 45minütigen Fahrt von Wien nach Eckartsau und nach den netten Begrüßungsworten des Vereinsobmanns, Dr. Andreas Köb, konnten die AusflugsteilnehmerInnen in den aufliegenden Unterlagen erste Eindrücke von ihrem Tagesprogramm gewinnen. In Eckartsau angekommen, fand die erste Pause mit Jause im schlosseigenen Pavillon mit bereitgestellter Konzertbestuhlung im Sonnenschein statt. Bei mitgebrachten Getränken wie Wasser, Wein und Apfelsaft, zudem den allseits beliebten Wurstsemmeln und Äpfeln konnten sich die AusflüglerInnen zum ersten Mal stärken.

Danach begann um 10 Uhr die Führung in 2 Gruppen durch das Jagdschloss Eckartsau, das zuletzt Bedeutung erlangte als Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita mit ihren Kindern, darunter der sechsjährige Otto, am Tag des Regierungsverzichts in Österreich aus dem staatseigenen Schloss Schönbrunn in habsburgischen Privatbesitz übersiedelten und von der Nacht 11./12. November 1918 an in Eckartsau wohnten. Der Familienfonds der Habsburger wurde mit dem Habsburgergesetz vom 3. April 1919 entschädigungslos in Staatsbesitz übernommen. Damit kam das Schloss, das heute im Nationalpark Donau-Auen liegt, ins Eigentum der Republik Österreich und wird von den Österreichischen Bundesforsten verwaltet.

Nach der einstündigen Führung mit vielen interessanten Geschichten und Eindrücken rund um die Habsburg Familie und deren Jagdgewohnheiten wurde die Gruppen vom Bus nach Engelhartstetten in den Gasthof Prinz Eugen gebracht, wo die Gäste mit einem Aperitif empfangen wurden. Dem folgte ein rasch serviertes 3-Gang-Menü, das vormittags im Bus abgefragt wurde. Das Menü war typisch österreichisch, mit viel Fleisch, Panier und Kartoffeln, aber doch von guter Qualität. So durften Wienerschnitzel, Kartoffelsalat oder auch Sachertorte bzw. Apfelstrudel keinesfalls fehlen.

Schloss Hof liegt nur einige Schritte vom Gasthof entfernt. Um 14 Uhr wurde die Reisegruppe von 2 Führerinnen abgeholt, zum Eingang gebracht und recht aufwändig durch ein neu installiertes Drehkreuz mit Zählmechanismus geschleust. So wurde sichergestellt, dass auch keiner beim Mittagessen vergessen wurde. Die darauf folgende zweistündige Führung durch das Schloss selbst und einen Teil der 50ha großen wunderschönen Gartenanlage verzauberte viele BesucherInnen. Prinz Eugen von Savoyen, der prominenteste österreichische Feldherr aller Zeiten, erwarb 1725 die Burg und den Markt Hof. Er ließ die Burg von Johann Lucas von Hildebrandt wesentlich zu einem Barockschloss erweitern, um dieses als Sommerschloss zu benutzen. Schloss Hof spiegelt heute mit sehr vielen originalen Einrichtungsgegenständen den Prunk der früheren Zeit wider. Der barocke Gutshof, einer der größten Meierhöfe in Europa, wurde ebenfalls renoviert und für die Öffentlichkeit zugängig gemacht. Im Meierhof wurden Werkstätten eingerichtet, anhand derer die Besucher das barocke Leben kennenlernen können (Drechslerei, Töpferei, Korbflechterei, Gärtnerei, Schnapsbrennerei). Die Orangerie zählt zu den größten und auch ältesten barocken Bauten dieses Typus in Europa. Außerdem befinden sich damalige Haustierrassen in den Stallungen und auf den Weiden des Hofes. Beteiligungen an Zuchtprogrammen sollen ein Aussterben mancher Rassen verhindern. Auf den Weiden grasten Lipizzaner, Noriker-Pferde, Brillenschafe und Kamele, sowie einige der weltweit letzten österreich-ungarischen weißen Esel.

Nach 2 Stunden Führung hatte jeder noch rund eine halbe Stunde Zeit, sich die Außenanlagen etwas näher anzusehen oder auch bei einem der am Schlossgelände betriebenen Cafés oder Restaurants eine Erfrischung einzunehmen. Um 16.45 Uhr startete der Bus in Richtung Hagenbrunn. Keine 5 Minuten später setzte ein Starkregen aus Wien kommend ein, somit war das ein perfektes Timing. Während der rund einstündigen Busfahrt bot sich uns ein Wetterschauspiel, das seinesgleichen sucht: von Regen über Sonne bis hin zu einem wunderbaren Regenbogen war alles zu sehen. Nach diesen Himmelsentladungen kamen wir trockenen Fußes im Heurigen Deutsch in Hagenbrunn an, einem Familienbetrieb, der extra für die Reisegruppe geöffnet hatte und uns schmackhafte Brettljausen mit Brot, sowie eigenem Wein und Säften und Wasser auftischte. Um 20 Uhr ging die Fahrt dann wieder zurück nach Wien zum Schwedenplatz, wo der Sommerausflug der Vorarlberger beschwingt endete.

Besonderer Dank gilt Christiane SCHWAIGER, die den Ausflug erstmals alleine organisiert und uns mit vielen interessanten Informationen rund um die beiden Marchfeldschlösser versorgt hat. Außerdem danken wir unseren Sponsoren, der Dornbirner Sparkasse und der Hypobank Vorarlberg, die sich bereit erklärt haben, die Kosten der Getränke beim Mittagessen und Heurigenbesuch zu übernehmen. (cs)

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